Der Altar (1712)
Der barocke Hochaltar wurde 1712 vom Braunschweiger Herzog Anton Ulrich gestiftet. Er ist aus Lindenholz und füllt die ganze Höhe der Apsis aus und hat zwei Durchgänge, die einen Altarumgang ermöglichen. Mit dieser Größe verdeckt er einen Teil der gotischen Fenster.
Er ist aufgebaut wie ein Tor, auf zwei gedrehten Säulen ein Türsturz und darüber eine zweite Etage. Dieses Tor ist einerseits ein Tor zum Himmel, andererseits kann es auch ein Siegestor sein.
Dargestellt ist das Leiden und Sterben Jesu:
Über dem Altartisch, optisch als seine Verlängerung, das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der Kreis ist nach vorn offen, sodass die Gemeinde, die sich heute hier zum Abendmahl versammelt, mit am Tisch ist.
Darüber im Hauptfeld die Kreuzigung, mit Maria und Johannes unterm Kreuz (vgl. Kreuzigungsgruppe). Der Gekreuzigte wird außerdem von zwei Engeln flankiert, die ihn über die Schwelle des Todes geleiten. Sie haben zwei Attribute in der Hand: der linke trägt ein Kreuz, ein Symbol für den Glauben. Der rechte Engel trägt einen Anker, ein Symbol für die Hoffnung. So wird Jesus in der Mitte zum Symbol der Liebe, er gibt sein Leben hin aus Liebe zu den Menschen. (Vgl. Tugenden am Kanzelkorb) Versteht man den Altar als Tor zum Himmel, so ist es Jesus, der uns dort erwartet und empfängt.
Über Krone und leeren Wappenschilden ist die Grablegung Jesu zu sehen und ganz oben der auferstandene siegreiche Christus im Strahlenkranz begleitet von zwei Engeln, die den Besuchern des Grabes seine Auferstehung verkünden. Er ist der Sieg über Unheil und Tod. Darum kann man den Altar auch als Siegestor verstehen.
Neben der Kreuzigungsgruppe sind noch zwei Märtyrer zu sehen:
Rechts Johannes der Täufer, der auf Christus hinweist: „Siehe das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt." (Johannesevangelium 1,29)
Links: Bartholomäus, der Namenspatron der Kirche. Er trägt ein Buch, das Evangelium, und ein Messer, durch das er nach der Legende umgekommen ist.













