Kanzel (1582)
Die Kanzel aus Sandstein wurde 1582 von Superintendent Leonhardt Schweiger und seiner Ehefrau gestiftet. Er hatte eine große Kirchenrenovierung in Gang gebracht und das nötige Geld dafür aufgetrieben.
Der Kanzelkorb zeigt Symbolfiguren der christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung und der Kardinaltugend Gerechtigkeit. Darin spiegelt sich die für die Renaissance typische Verbindung von Werten der Antike und des Christentum wider. Diese Werte sollen hier verkündet werden: FIDES, der Glaube, hält den Zuhörern das Christuskreuz vor. CARITAS, die Liebe, kümmert sich um die Kinder. Die Darstellung erinnert an Maria mit dem Jesuskind. SPES, die Hoffnung, hat die Hände zum Gebet gefaltet. Das hilft ihr, ihr Kreuz zu tragen.
IUSTITIA, die Gerechtigkeit, ist nur von der Nonnenempore zu sehen, die zu der Zeit
Fürstenloge war. IUSTITIA blickt den Herrschaften direkt ins Gesicht und erinnert sie an ihre Verantwortung.
In der Bibel heißt es: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." (1.Korinther 13,13) Hier aber trägt Fides, der Glaube, als Königin das Prunkgewand und die Krone. In den Wirren und Auseinandersetzungen nach der Reformation war der Glaube, der sich am Christuskreuz orientiert das Anliegen des Stifters und des Künstlers.
Der Kanzelkorb ruht auf einer von Weinranken umwundenen Säule. Sie erinnert an das Wort Jesu: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." Johannesevangelium 15,5
Der Kanzeldeckel ist später, im Barock, hinzugekommen. Innen schwebt der Heilige Geist als Taube über dem Prediger, damit er ihn inspiriere. Außen herum schauen Engelköpfe in alle Richtungen, ganz oben der auferstandene, siegreiche Christus auf der Weltkugel.







