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Konsequente Umsetzungsphase
Landessynode nimmt Sachstandsbericht zur Strukturreform entgegen
Wolfenbüttel. Die braunschweigische Landessynode hat sich bei ihrer jüngsten Tagung am 8. Mai in Wolfenbüttel über den Sachstand der Umsetzung der Strukturreform informiert. Auf den Beschluss der Landessynode vom November 2025 sei eine konsequente Umsetzungsphase gefolgt, erklärte Projektmanager Steven Burek. Das Ziel lasse sich in dem Leitsatz zusammenfassen „Vor Ort gestalten, regional verwalten“.
Aufgaben, die viel Verwaltungs-, Finanz- und Gebäudekompetenz erfordern, sollen auf der regionalen Ebene gebündelt und professionell organisiert werden. Vor Ort sollen die Freiräume wachsen, das kirchliche Leben lebendig zu gestalten. Die Logik der Strukturreform sei nicht primär eine Verwaltungsentscheidung, sondern ein Gestaltungsprinzip. „Ortsnähe bleibt ausdrücklich erhalten, allerdings nicht als überall flächendeckend gleiches Verwaltungsraster, sondern als Orientierung kirchlicher Präsenz und Beziehungspflege,“ so Burek.
Mittlerweile hätten alle elf Propsteivorstände Fusionsentscheidungen getroffen. Danach soll es ab 2027 vier Propsteien geben: eine Propstei „Harz“ aus Gandersheim-Seesen, Bad Harzburg und Goslar; eine Propstei „Helmstedt, Königslutter, Vorsfelde“; eine Propstei „Salzgitter, Wolfenbüttel, Schöppenstedt“ sowie eine Propstei „Braunschweig-Vechelde“. Ein erstes positives Beispiel für eine bereits vollzogene Fusion auf Propsteiebene sei Vorsfelde.
Eine Arbeitsgruppe (AG) „Strukturreform“ sorge für eine Weiterentwicklung und Umsetzung der Eckpunkte der Strukturreform. In der Arbeitsgruppe würden Grundsatzentscheidungen vorbereitet, Zielbilder geschärft und offene Klärungsbedarfe priorisiert. Außerdem gebe es drei Unterarbeitsgruppen, um die Arbeit fachlich zu vertiefen: eine AG „Propsteien, Regionalkirchengemeinden, Ortsausschüsse, lokale Beteiligung“; eine AG „Recht und Governance“ sowie eine AG „Verwaltungsreform“.
Wie Burek erklärte, zeichnen sich in den Arbeitsgruppen mehrere Schwerpunkte ab: Auf Ebene der künftigen Propsteien würden die Aufgaben- und Rollenprofile geschärft, insbesondere die Doppelspitze aus theologischer und geschäftsführender Verantwortung. Auf Ebene der künftigen Regionalkirchengemeinden gehe es um die Frage, wie Aufgaben aus Verwaltung, Finanzen und Gebäudewesen sinnvoll gebündelt werden können. Für die ortsnahe Ebene werde die künftige Rolle der bisher als „kirchliche Ortsausschüsse“ bezeichneten Gremien beraten.
Parallel werde eine Verwaltungsreform vorangetrieben. Untersucht würden zwei Szenarien: die Vereinheitlichung der Verwaltung in einer gemeinsamen Kirchenverwaltung sowie die Verwaltung in einem Propsteiverband und dem Landeskirchenamt. Dazu gehöre, dass der Personalbestand in der kirchlichen Verwaltung, Landeskirchenamt, Propsteiverbände und Verwaltungsstellen, bis 2035 sozialverträglich und im Wesentlichen durch Altersfluktuation um 35 Prozent reduziert werden soll.
In einer anschließenden Diskussion ging es unter anderem um demokratische Mitwirkungsmöglichkeiten auf Ebene der künftigen Propsteien und vor Ort. Daran erinnerte ein Antrag der Propstei Bad Harzburg. Entsprechende Regelungen würden in den Arbeitsgruppen derzeit erarbeitet, wie Carsten Schillert aus Delligsen erklärte. Und Kay Florysiak aus Braunschweig betonte, dass für die künftigen Propsteien bereits in diesem Jahr Haushaltspläne aufgestellt werden müssen. Deswegen sei jetzt eine entsprechende Unterstützung durch die Verwaltung notwendig. Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer bat um Verständnis dafür, dass die Landeskirche sich in einer Übergangsphase befinde mit der Folge, dass für ein, zwei Jahre keine perfekten Strukturen zu erwarten seien.
Vor der Presse lobt die Pröpstin von Helmstedt, Katja Witte-Knoblauch, die Strukturreform. Die Veränderungen ermöglichten vor Ort wieder mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben der Kirche. Und Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel warb für eine solidarische Haltung. Es gehe darum, die Kräfte miteinander zu teilen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.